Rezepte

Wildkaninchen mit Brennessel-Füllung

Rückenfilets vom Wildkaninchen werden plattiert, mit jungen Brennnesselspitzen, Schalotten und Petersilie belegt und aufgerollt. Die Füllung gibt dem zarten Fleisch einen frischen, ursprünglichen Charakter.

  • Zubereitung 20 Min.
  • Portionen 2
  • Wildart Hase
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Wildrezept: Wildkaninchen mit Brennessel-Füllung

Zutaten für 2 Portionen

  • 4 Rückenfilets vom Wildkaninchen
  • 100 g Brennesselspitzen
  • 3 feingewürfelte Schalotten
  • 1 Bund Petersilie
  • 4 EL geriebenes Weißbrot oder fertiges Paniermehl
  • 1 Msp. Muskat
  • 1/4 L Gemüsebrühe
  • 2 Eigelb
  • 1 Thymianzweig
  • 1 TL abgeriebene Zitronenschale
  • 2 EL Butter
  • 1 TL Mehlbutter (Butter mit Mehl gemischt)
  • 1/8 L Weißwein
  • 1/8 L Sahne
  • Pfeffer
  • Salz
Kalorien:
190-220 kcal
Proteine:
13-16 g
Fette:
10-14 g
Kohlenhydrate:
5-8 g

Diese Daten sind Näherungswerte pro 100 g. Kaloriengehalt und Nährwert können je nach Rasse und Alter des Tieres sowie der Zubereitungsmethode variieren.

Gut zu wissen

Wildkaninchen ist deutlich magerer und feinfaseriger als Stallkaninchen und schmeckt kräftiger; die Rückenfilets sind das zarteste Stück und vertragen nur kurze Garzeiten. Junge Brennnesselspitzen passen dazu, weil ihre leichte Herbe das feine Fleisch nicht überdeckt. Beim Sammeln oder Einkaufen deshalb nur die obersten, hellgrünen Blattpaare nehmen und ältere, dunkle Blätter stehen lassen. Wer regionale Wildspezialitäten liebt, kann bei Wald zu Tisch hochwertiges Wildfleisch kaufen, frisch aus nachhaltiger Jagd und bestens geeignet für Gerichte wie dieses.

Aus der Wildküche

Zubereitung Schritt für Schritt

  1. Füllung andünsten

    Für die Füllung die Butter in einer Pfanne erhitzen und die feingewürfelten Schalotten darin andünsten, bis sie glasig und weich sind, ohne Farbe anzunehmen. Die gewaschenen Brennnesselspitzen, die gehackte Petersilie, den Muskat und den vom Zweig abgestreiften Thymian dazugeben. Alles unter Rühren zusammenfallen lassen, ähnlich wie man es von Spinat kennt. Die Brennnesseln beim Waschen und Verlesen mit Handschuhen anfassen, denn ihre Brennhaare verlieren die Wirkung erst durch die Hitze.

  2. Mit Brühe einkochen

    Die Masse mit der Gemüsebrühe ablöschen und offen einkochen lassen, bis die Flüssigkeit fast vollständig verdampft ist und der Pfannenboden nur noch feucht glänzt. Zum Schluss die abgeriebene Zitronenschale unterrühren. Eine zu nasse Grundmasse lässt sich später nicht zu einer festen Paste binden und läuft beim Rollen aus dem Fleisch. Die Zitronenschale erst am Ende zugeben, damit ihr frisches Aroma nicht verkocht.

  3. Feste Paste anrühren

    Die Masse vollständig abkühlen lassen und danach mit einem großen Messer oder im Blitzhacker klein hacken. Die Eigelbe unterziehen und so viel Paniermehl untermengen, dass eine feste Paste entsteht, die sich formen lässt und nicht mehr vom Löffel tropft. Das Abkühlen ist entscheidend, weil das Eigelb in einer heißen Masse sofort stocken würde. Das Paniermehl nach und nach zugeben, denn zu viel davon macht die Füllung trocken und mehlig.

  4. Rückenteile plätten

    Die Rückenfilets zwischen zwei Lagen Frischhaltefolie legen und mit dem flachen Plattiereisen oder einem Topfboden gleichmäßig plätten. Jeweils beide Rückenteile entgegengesetzt übereinander legen, das dicke Ende also auf das dünne. So entsteht eine überall gleich starke Rolle, die zur selben Zeit durchgart. Mit ruhigen, flachen Schlägen arbeiten, denn heftiges Klopfen reißt die feinen Fasern des Kaninchenfleischs auf.

  5. Füllung verteilen

    Die aufeinandergelegten Filets pfeffern und salzen. Die abgekühlte Füllung mit einem Löffel gleichmäßig darauf verteilen und glatt streichen. An den Rändern einen schmalen Streifen frei lassen, damit die Paste beim Aufrollen nicht seitlich herausgedrückt wird. Die Schicht dünn halten, weil eine zu dicke Füllung die Rolle beim Garen auseinandertreibt.

  6. Aufrollen und binden

    Die belegten Filets von der Längsseite her satt aufrollen und die Rolle mit der Naht nach unten ablegen. Mit Küchengarn in gleichmäßigen Abständen mehrere Schlingen um die Rolle legen und verknoten. Fest genug binden, dass die Rolle ihre Form behält, aber nicht so straff, dass die Füllung an den Enden herausquillt. Dafür reines Baumwollgarn verwenden, das die Ofenhitze unbeschadet aushält.

  7. Im Ofen garen

    Die gebundenen Röllchen in einer ofenfesten Pfanne bei kräftiger Hitze von allen Seiten leicht anbraten, bis sie rundherum Farbe genommen haben. Die Rollen dabei mit der Zange vorsichtig weiterdrehen, damit das Garn nicht verrutscht. Anschließend im Ofen 20 Minuten bei 180 °C fertig garen. Das Fleisch danach kurz ruhen lassen, denn Kaninchenrücken ist sehr mager und verliert sonst beim Aufschneiden viel Saft.

  8. Sämige Soße rühren

    Die Röllchen aus der Pfanne nehmen und den Bratensatz mit etwas Weißwein ablöschen, dabei die braunen Rückstände mit einem Holzlöffel vom Boden lösen. Den Sud kurz einkochen lassen und danach die Mehlbutter in kleinen Flocken einrühren, bis die Soße bindet. Zum Schluss die Sahne zugeben und alles zu einer sämigen Soße rühren, die den Rücken eines Löffels überzieht. Die Mehlbutter nur in die leicht siedende und nicht in die sprudelnd kochende Flüssigkeit geben, damit keine Klümpchen entstehen.

  9. Röllchen anrichten

    Das Küchengarn mit einer Schere durchtrennen und vollständig von den Röllchen abziehen. Die Rollen mit einem scharfen Messer in fingerdicke Scheiben aufschneiden, sodass die grüne Füllung im Anschnitt sichtbar wird. Die Scheiben auf vorgewärmten Tellern anrichten und die Soße darum herum verteilen. Wird die Soße über die Scheiben gegossen, verdeckt sie das Muster der Füllung.

Noch besser genießen

Tipps & Beilagen

Dazu passen Salzkartoffeln und ein trockener Weißburgunder. Die Füllung lässt sich gut vorbereiten und über Nacht kühl stellen; kalt ist sie fester und lässt sich sauberer auf dem Fleisch verteilen.

Reste schmecken auch kalt, in dünne Scheiben geschnitten als Vorspeise.

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