Rezepte
Gefüllter Wildschweinbraten
Wildschweinkeule wird gebeizt, gefüllt und langsam zum saftigen Braten geschmort. Rotwein, Butter und Sahne bilden die Grundlage für eine kräftige, cremige Sauce.
- Zubereitung 1 Std. 35 Min.
- Portionen 4
- Wildart Wildschwein
Zutaten für 4 Portionen
- 1 kg Wildschweinkeule
- Rotweinbeize
- 1 TL Salz
- 1/2 TL gemahlener Pfeffer
- 100 g Butter
- 4 EL Sahne
- 1 EL Mehl zum Binden
- 200 g Backpflaumen (2 - 3 Stunden in Wein einweichen)
- ein paar Backpflaumen zum Garnieren
- Kalorien:
- 200-240 kcal
- Proteine:
- 16-20 g
- Fette:
- 10-14 g
- Kohlenhydrate:
- 8-12 g
Diese Daten sind Näherungswerte pro 100 g. Kaloriengehalt und Nährwert können je nach Rasse und Alter des Tieres sowie der Zubereitungsmethode variieren.
Gut zu wissen
Wildschwein gehört – anders als Reh oder Hirsch – immer vollständig durchgegart auf den Teller und wird nie rosa serviert. Das lange Schmoren ist deshalb kein Umweg, sondern der Weg zum saftigen Ergebnis: Die Beize macht die magere Keule mürbe, der geschlossene Topf hält die Feuchtigkeit im Fleisch.
Am zartesten wird der Braten von jungen Tieren, den sogenannten Überläufern. Bei Wald zu Tisch können Sie hochwertiges Wildfleisch kaufen – regional erlegt und frisch verarbeitet.
Aus der Wildküche
Zubereitung Schritt für Schritt
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Fleisch beizen
Das Fleisch in ein Gefäß legen, in dem es knapp Platz hat, und vollständig mit der Rotweinbeize bedecken. Das Gefäß abdecken und die Keule einige Tage im Kühlschrank beizen lassen. Das Fleisch dabei täglich einmal wenden, damit alle Seiten gleichmäßig Beize aufnehmen und keine Stelle trocken liegt. Nur Gefäße aus Glas, Keramik oder Kunststoff verwenden, denn in Metall reagiert die säurehaltige Beize und hinterlässt einen metallischen Beigeschmack.
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Braten füllen und zunähen
Das Fleisch aus der Beize nehmen, abtropfen lassen und trocken tupfen, die Beize dabei auffangen und beiseitestellen. Die Keule rundum mit dem Salz und dem Pfeffer würzen. Mit einem langen, schmalen Messer eine Tasche in die dickste Stelle schneiden, dabei von einer Seite her arbeiten und die Außenwände nicht durchstechen. Die eingeweichten Backpflaumen in die Tasche füllen und die Öffnung mit Küchengarn zunähen, damit die Füllung beim Schmoren nicht herausquillt. Die Tasche nicht überfüllen, weil das Fleisch sonst beim Garen an der Naht aufreißt.
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Anbraten und schmoren
Die Butter in einem Schmortopf erhitzen, bis sie schäumt und der Schaum wieder zusammenfällt. Den gefüllten Braten hineinlegen und rundum anbraten, bis er auf allen Seiten braun ist und sich mühelos vom Topfboden löst. Anschließend die aufgefangene Rotweinbeize zugießen, den Deckel auflegen und den Braten 60 bis 70 Minuten schmoren lassen. Die Butter darf beim Anbraten nicht dunkelbraun werden, weil die Sauce sonst bitter schmeckt, notfalls die Hitze kurz zurücknehmen.
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Flüssigkeit nachgießen
Den Braten zwischendurch kontrollieren und Flüssigkeit nachgießen, sobald der Topfboden fast trocken ist. Am Boden soll immer etwas Flüssigkeit stehen, damit nichts anbrennt und der Braten weiter im Dampf gart. Bei dieser Gelegenheit den Braten mit dem Sud übergießen, damit die Oberfläche nicht austrocknet und gleichmäßig Farbe bekommt. Kocht der Sud vollständig ein, verbrennt der Bratensatz, und der verbrannte Geschmack geht in den ganzen Sud über.
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Anrichten und garnieren
Den Braten aus dem Topf heben, das Küchengarn entfernen und ihn vor dem Anschneiden kurz ruhen lassen, damit sich der Fleischsaft im Inneren verteilt. Den Braten dann auf einer vorgewärmten Platte anrichten und quer zur Faser in Scheiben schneiden, sodass die Füllung sichtbar wird. Mit den dafür beiseitegelegten Backpflaumen garnieren. Die Platte unbedingt vorwärmen, denn das magere Wildschweinfleisch kühlt auf kaltem Geschirr sehr schnell aus und wird dann fest.
Noch besser genießen
Tipps & Beilagen
Den Bratenfond zum Schluss mit Mehl und Butter binden: beides kalt verkneten, in Flocken einrühren und einmal aufkochen, dann bleibt die Sauce klümpchenfrei. Erst danach die Sahne unterrühren und nicht mehr kochen lassen.
Zu Knödeln und Rotkohl passt derselbe Rotwein, der für die Beize verwendet wurde.